Wie ist die PISA-Studie entstanden?
Um den Bedarf der Mitgliedsländer an regelmäßigen und verlässlichen Informationen über das Wissen und die Fertigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler und die Leistung ihres Bildungssystems besser gerecht zu werden, begann die OECD Mitte der neunziger Jahre an PISA zu arbeiten. PISA wurde offiziell im Jahr 1997 etabliert und die ersten drei Studien wurden in den Jahren 2000, 2003 und 2006 durchgeführt. Derzeit läuft der zweite Zyklus mit Tests in den Jahren 2009, 2012 und 2015. Darüber hinaus sind weitere Studien in Planung.
Was zeichnet PISA aus?
PISA profitiert von seiner globalen Reichweite und seiner Regelmäßigkeit. Fast 70 Länder haben bisher an PISA teilgenommen. Die alle drei Jahre durchgeführten Tests bieten den Ländern die Möglichkeit, ihre Fortschritte im Bildungssystem nachzuvollziehen. PISA ist die einzige internationale Bildungsstudie, die das Wissen und die Fertigkeiten 15-Jährigen erfasst, ein Alter in dem die Jugendlichen in den meisten Ländern das Ende ihrer Pflichtschulzeit erreichen. Darüber hinaus zeichnet sich PISA aus durch:
Politikorientierung: Die Studie bietet Regierungen, Schulleitern, Lehrern und Eltern Orientierung bei Fragen wie „Bereiten unsere Schulen junge Menschen ausreichend auf die Herausforderungen des Lebens vor?“, „Sind bestimmte Unterrichts- und Schulformen effektiver als andere?“ oder „Wie können Schulen dazu beitragen, die Zukunft von Schülern mit Immigrationshintergrund oder sozialer Benachteiligung zu verbessern?“.
Innovatives Konzept der Grundbildung (literacy): Statt Lehrplanwissen abzufragen, erfasst PISA die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler, ihre Kenntnisse und Fertigkeiten zu nutzen, zu analysieren, logisch zu denken und auf effektive Weise zu kommunizieren, wenn sie Probleme definieren, lösen und interpretieren.
Lebenslanges Lernen: Schülerinnen und Schüler können unmöglich in der Schule all das lernen, was sie später im Leben brauchen. Wer aber das ganze Leben lernen soll, muss sich nicht nur Wissen und Fertigkeiten aneignen, sondern auch ein Bewusstsein warum und wie man lernt. PISA erfasst nicht nur die Kompetenzen in zentralen Bereichen, sondern auch Informationen über Lernmotivation, Selbsteinschätzungen und Lernstrategien.
Welche Länder können an PISA teilnehmen?
Im Prinzip steht die Teilnahme allen Ländern offen. Länder, die an PISA interessiert sind, kontaktieren das OECD-Sekretariat, der PISA-Verwaltungsrat genehmigt dann die Teilnahme nach bestimmten Kriterien. So müssen teilnehmende Länder die technische Expertise haben, eine internationale Beurteilung zu handhaben und sie müssen in der Lage sein, die kompletten Kosten zu tragen.
Wie wird PISA finanziert?
PISA wird ausschließlich durch direkte Beiträge der teilnehmenden Länder finanziert, also aus Steuermitteln. Die Beiträge werden durch das Bildungsministerium des jeweiligen Landes geleistet.
Schreibt die PISA-Studie den Ländern die Organisation ihres Schulsystems vor?
Nein. Die PISA-Ergebnisse zeigen den Erfolg der Schulen einiger Länder und die Herausforderungen, die sich in anderen Ländern stellen. PISA ermöglicht somit den Ländern, ihre Bildungssysteme zu vergleichen und Verbesserungen je nach Bedarf des eigenen Bildungssystems zu entwickeln.
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