Wirtschafts- und Finanzkrise lässt Fiskalquote in den meisten OECD-Ländern weiter sinken

 

Deutschland weist 2009 stabilen Anteil der Steuern und Sozialabgaben am BIP aus

 

(Paris/Berlin – 15. Dezember 2010) In fast allen OECD-Ländern sind die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr weiter deutlich gesunken, in den meisten Ländern sogar schneller als die Wirtschaftsleistung. Im OECD-Durchschnitt dürfte der Anteil der Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung auf knapp 34 Prozent zurückgegangen sein. 2008 lag die Fiskalquote im OECD-Schnitt noch bei 34,8 Prozent, 2007 bei 35,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies geht aus der diesjährigen Ausgabe der Revenue Statistics der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die heute in Paris veröffentlicht wurde.

 

In 25 von 28 OECD-Ländern, für die diese Daten vorliegen, waren die Steuereinnahmen 2009 geringer als im Jahr zuvor. In 17 Mitgliedsländern sind die Steuereinnahmen stärker zurückgegangen als die Wirtschaftsleistung, in 12 OECD-Ländern war die Fiskalquote das zweite Jahr in Folge rückläufig. Den stärksten Rückgang verbuchten Spanien, Island und Chile. Hier ging die Fiskalquote zwischen 2007 und 2009 um mehr als fünf Prozentpunkte zurück. In Griechenland, Irland, Neuseeland und den USA ist der Anteil der Steuern an der Wirtschaftsleistung im gleichen Zeitraum um drei bis vier Prozentpunkte zurückgegangen.

 

Das Steueraufkommen fällt während einer Rezession in der Regel schneller als die Wirtschaftsleistung. Zudem haben viele OECD-Länder als Reaktion auf die Wirtschaftskrise Ende 2008 und Anfang 2009 zur Unterstützung der Nachfrage Steuern gesenkt. In Deutschland blieb 2009 der Anteil der Steuern an der Wirtschaftsleistung stabil bei 37 Prozent des BIP. Dennoch hat sich das Gewicht der einzelnen Steuerarten im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschoben.

 

So entsprach das Aufkommen der besonders konjunktursensiblen Steuern auf Einkommen und Gewinne im Jahr 2009 nur noch 10,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, gegenüber 11,5 Prozent im Jahr 2008. Gestiegen sind dagegen die Einnahmen aus Steuern auf Güter und Dienstleistungen (Mehrwertsteuer, etc.) und die Einnahmen aus Sozialabgaben. Mit einem Anteil von 37 Prozent des BIP liegen die Steuern- und Sozialabgaben in Deutschland nun deutlich über dem OECD-Mittel, aber im unteren Mittelfeld der 21 EU-Länder, die auch gleichzeitig Mitglieder der OECD sind.

 

Strukturell ist das Steuer- und Abgabenaufkommen in Deutschland weiterhin geprägt von einer großen Bedeutung der Sozialbeiträge, auch wenn deren Umfang im Verhältnis zum BIP in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Allerdings stieg das Aufkommen aus Sozialbeiträgen im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung im vergangenen Jahr leicht auf 14,4 Prozent des BIP, gegenüber 13,9 Prozent im Jahr 2008.

 

 

Die Einnahmen aus Substanzsteuern (Grund-, Vermögens-, Schenkungs- und Erbschaftssteuer) lagen in Deutschland 2009 nahezu stabil bei 0,8 Prozent des BIP und damit bei weniger als der Hälfte des OECD-Schnitts von 1,8 Prozent (2008). Nur Mexiko, Tschechien, Ungarn und die Slowakei, also Staaten mit einem deutlich geringeren Vermögensbestand als Deutschland, sowie Österreich erzielen weniger Einnahmen aus dieser Steuerart.

 

Um die Steuer- und Abgabenquote der einzelnen Länder vergleichbar zu halten, werden in den OECD Revenue Statistics anders als in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) eine Reihe von finanziellen Zuwendungen an Haushalte und Unternehmen mit der Steuerschuld verrechnet. Entsprechend reduzieren sich dadurch das Steueraufkommen und damit auch die Steuerquote. Die größten Posten hier sind das Kindergeld, die Eigenheimzulage und die Investitionszulage.


Die nach der Abgrenzung der OECD ermittelten Einnahmen aus Steuer- und Sozialabgaben beliefen sich 2008 auf rund 915 Mrd. Euro. Dies waren rund 98 Mrd. Euro weniger als nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Diese Abweichung in der Berechung ist erforderlich, weil in vielen OECD-Ländern die Förderung von Familien oder von Wohneigentum über Steuerabschläge erfolgt, die ebenfalls das Steueraufkommen mindern. Das Steuer- und Abgabenkonzept der OECD gibt damit ein klareres Bild über die für die Bereitstellung öffentlicher Güter verfügbaren Mittel als die VGR.

 

Bei den Sozialbeiträgen werden in den Revenue Statistics außerdem die Beiträge der freiwillig gesetzlich Versicherten an staatliche Versicherungsträger nicht berücksichtigt. Auch Pflichtbeiträge an private Träger, wie sie Angehörige freier Berufe zur sozialen Absicherung leisten, sind nicht eingerechnet. Im Unterschied zur VGR berücksichtigen die Revenue Statistics auch keine unterstellten Sozialbeiträge für Beamte. Sozialbeiträge, die für Hartz-IV oder ALG-I-Empfänger an die Sozialversicherungsträger überwiesen werden, werden anders als in der VGR ebenfalls nicht erneut verbucht.


 

 Überblick Fiskalquote Deutschland

2008

2009 (vorläufig) 

 Gesamteinnahmen

37,0

37,0

 Einkommen und Gewinne  

11,5

10,7

 Sozialabgaben  

13,9

14,4

 Güter und Dienstleistungen

10,5

11,0

 Vermögen

0,9

0,8

 

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