Trübe Aussichten: OECD-Umweltausblick fordert schnelles und koordiniertes Handeln

 

(Paris/Berlin 15. März 2012) Ohne umfassende politische Maßnahmen drohen uns globale Umweltschäden, die unumkehrbar sind und die jüngst erzielte Fortschritte bei der Anhebung unseres Lebensstandards vernichten könnten. Zu diesem Ergebnis kommt der „OECD-Umweltausblick bis 2050“, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung heute in Berlin, London und Mexiko City vorgestellt hat.

 

Der Bericht mit dem Untertitel „Die Folgen des Nichthandelns“ enthält neueste Projektionen zu den sozio-ökonomischen Trends der kommenden vier Jahrzehnte und zu deren Auswirkungen auf Klimawandel, Artenvielfalt, Wasser sowie Gesundheit und Umwelt. Demnach wird sich die Weltwirtschaft bis 2050 fast vervierfachen. Zudem wird die Weltbevölkerung um weitere zwei Milliarden Menschen wachsen – und, damit einhergehend, die Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie.

 

Nur ambitionierte und zügig auf internationalem Level umgesetzte Maßnahmen können verhindern, dass Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer erheblichen ökonomischen und gesellschaftlichen Schaden nehmen. Ohne Politikwechsel griffe das Basisszenario des Berichts, wonach:

  • der weltweite Primärenergieverbrauch 2050 um 80 Prozent höher liegen wird als heute. Schon in den kommenden Jahrzehnten werden die sogenannten BRIICS-Länder – Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südafrika – mehr Energie verbrauchen als die 34 Mitglieder der OECD. Da der Anteil fossiler Energieträger im Weltenergiemix mit 85 Prozent eher zunimmt, würden etwa 50 Prozent mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als heute. Die Folgen: beschleunigter Klimawandel und Luftverschmutzung.
  • städtische Luftverschmutzung 2050 für den Großteil aller umweltbedingten Todesfälle verantwortlich sein wird: 3,6 Millionen Menschen weltweit könnten dann jedes Jahr an Feinstaub sterben – doppelt so viele wie heute. Die Metropolregionen Indiens und Chinas hätten unter diesem Trend am stärksten zu leiden. Im OECD-Raum dürften sich vor allem Todesfälle durch bodennahes Ozon mehren.

 

 

  • die Artenvielfalt an Land um weitere zehn Prozent abnehmen wird, vor allem in Europa, Asien und im südlichen Afrika. In Gewässern sind bereits heute ein Drittel aller Fischbestände ausgerottet oder extrem dezimiert – Tendenz steigend. Der Verlust der biologischen Vielfalt bedroht nicht nur das Wohlergehen der indigenen oder armen Bevölkerung in Lateinamerika, Afrika und Asien. Er beeinflusst auch das Klima, die Wasserquantität und -qualität, die landwirtschaftliche Produktion oder die Verbreitung von Krankheiten und damit die Menschen in Industrieländern.
  • der weltweite Wasserverbrauch um mehr als die Hälfte steigen wird. Den größten Mehrbedarf hätten dabei das verarbeitende Gewerbe (+400%), aber auch thermische Stromerzeuger (+140%) und private Haushalte (+130%). 40 Prozent der Weltbevölkerung werden im Jahr 2050 voraussichtlich in Gebieten mit extremer Wasserknappheit leben –  2,3 Milliarden Menschen mehr als heute.

 

 

Angesichts dieser Projektionen  reichen die vereinzelten Besserungen der Vergangenheit nicht mehr aus. Die Umweltbelastungen verschärfen sich gegenseitig und können binnen kürzester Zeit zu Veränderungen führen, die nicht mehr steuerbar sind. Natürliche Systeme wandeln sich nicht linear. Werden bestimmte Schwellen oder Kipp-Punkte überschritten, kommt es zu unmittelbaren und nichtkorrigierbaren Schäden.

 

Der Bericht nennt eine Reihe von Maßnahmen, die den negativen Ausblick aufhellen und das Wohl künftiger Generationen sichern können. Er plädiert unter anderem dafür, Umweltverschmutzung durch Steuern oder weltweiten Emissionshandel zu verteuern; natürliche Ressourcen (etwa Wasser) mit einem Preis zu versehen und Märkte für sie zu schaffen oder wirtschaftliche Instrumente mit Vorschriften und Normen zu kombinieren (z.B. für die Luftqualität oder bei der Raumplanung). Außerdem spricht er sich dafür aus, umweltschädliche Subventionen – etwa für fossile Brennstoffe, Landwirtschaft und Fischerei – abzuschaffen. Weiterhin bedarf es einer gezielten Förderung CO2-armer Technologien, einer Maximierung der Wasserproduktivität in Landwirtschaft und Industrie sowie anderer Neuerungen, die die Umwelt entlasten. Diese „grünen“ Technologien müssten zudem auch in Entwicklungsländern bereitgestellt werden, in denen in den kommenden Jahrzehnten das prozentual größte Wachstum erwartet wird.

 

Vor allem aber ist es laut Bericht unerlässlich, Maßnahmen sektor- und länderübergreifend zu vereinbaren. Regelmäßige Beobachtung und Bewertung soll dabei Synergien fördern und Widersprüche zwischen einzelnen Initiativen verhindern. Strategische Partnerschaften zwischen staatlichen und privaten Akteuren, zum Beispiel Unternehmen, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, können nach Ansicht der Autoren die Effizienz der Projekte erhöhen.

 

„Wenn wir die Bedürfnisse von mehr als neun Milliarden Menschen befriedigen wollen, brauchen wir eine grünere Landwirtschaft, eine grünere Industrie und eine grüne Energieversorgung“, sagte der Generalsekretär der OECD Angel Gurría. Um die dringendsten Herausforderungen bis 2050 zu bewältigen sollten die Regierungen schon heute auf grünes Wachstum setzen.

 

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