Taxing Wages: Trend zu niedrigeren Steuern und Abgaben in Deutschland gebrochen

 

(Paris/Berlin – 25. April 2012) Nach einem kontinuierlichen Rückgang in den vergangenen Jahren ist der Anteil von Steuern und Abgaben an den Gesamtarbeitskosten in Deutschland 2011 wieder leicht gestiegen. Für einen unverheirateten Angestellten ohne Kinder und mit durchschnittlichem Verdienst erhöhte sich die Gesamtbelastung um 0,6 Prozentpunkte auf 49,8 Prozent. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie Taxing Wages hervor. Insgesamt kam es in sieben von acht untersuchten Arbeitnehmer-Haushaltstypen zu geringen Mehrbelastungen von maximal 1,1 Prozentpunkten.


Diese Trendwende ändert aber nichts daran, dass der sogenannte Steuerkeil – also die Summe aus Einkommenssteuer, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberabgaben abzüglich Standardtransfers – zum Teil deutlich geringer ausfällt als noch vor zehn Jahren. Davon profitieren vor allem kinderlose Spitzenverdiener, die mit minus 5 Prozentpunkten am deutlichsten entlastet wurden. Für Alleinerziehende mit 2/3 des Durchschnittseinkommens lagen die Lohnabzüge 2011 dagegen lediglich um einen halben Prozentpunkt niedriger als im Jahr 2000.

 

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Insgesamt hat sich die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr in 26 von 34 OECD-Ländern erhöht – meistens um weniger als einen Prozentpunkt. Während die Steigerungen in der Mehrzahl der Länder auf höhere Einkommenssteuern zurückzuführen waren, erfolgte der Anstieg in Deutschland fast ausschließlich aufgrund gestiegener Sozialabgaben. Diese Erhöhung wie auch die Inflation konnten aber durch eine Steigerung der Nominallöhne um 3,4 Prozent ausgeglichen werden, so dass sich die Nettogehälter leicht im Plus bewegen.

 

Innerhalb der OECD wird der Faktor Arbeit nur in Belgien (55,5 Prozent) noch stärker belastet als in Deutschland. Besonders ins Gewicht fallen hierbei die Sozialabgaben, die mit über einem Drittel an den Gesamtarbeitskosten den größten Teil der Abgabenlast ausmachen (im Vergleich: der Steueranteil liegt bei rund 16 Prozent). Deutschland rückt etwas näher an den OECD-Durchschnitt, wenn man statt eines kinderlosen Singles ein Ehepaar mit einem Verdiener und zwei Kindern betrachtet: Mit Ausnahme von Mexiko und Chile ist der Steuerkeil für eine solche Familie in allen OECD-Ländern niedriger als bei Singles. Deutschland gehört dabei zu den wenigen Ländern, in denen der Unterschied mehr als 15 Prozent beträgt.

 

In einem Sonderkapitel beleuchtet „Taxing Wages 2011“ die Veränderungen der Regel-, Höchst- und Eingangssteuersätze innerhalb der OECD seit 1981 sowie die Anzahl der Tarifzonen in den einzelnen Ländern. In den vergangenen 30 Jahren sanken in der Mehrzahl der OECD-Länder sowohl Höchststeuersätze als auch nominelle Steuersätze für Durchschnittseinkommen und die Anzahl der Tarifzonen. Die tatsächlichen Steuern entwickelten sich aber oftmals relativ unabhängig von diesen vermeintlichen Steuersenkungen, da parallel dazu die Schwellen zu einzelnen Tarifzonen modifiziert oder Steuerfreibeträge verändert wurden. Der Vergleich von Regel-, Höchst- oder Eingangssteuersätzen ist daher nur bedingt geeignet, auf die tatsächliche Belastung verschiedener Haushaltsgruppen Rückschlüsse zu ziehen.

 

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Hintergrund:

 

Die Steuer- und Sozialabgabenlast auf die Arbeitskosten berechnet sich aus Einkommensteuer abzüglich Bartransfers (z.B. Kindergeld) plus Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber. Pauschale Abzüge von der Steuer für Werbungskosten oder Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls berücksichtigt. Nicht enthalten sind positive oder negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (Kapital, selbstständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung etc.), Steuerabschläge, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind (z.B. für Berufspendler) und Transfers, die ausschließlich für Bezieher geringer Einkommen gezahlt werden (z.B. Wohngeld). Für detaillierte Angaben zu Deutschland siehe S. 297ff des Berichts.


Als Durchschnittslohn wird der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines Vollzeitarbeitnehmers in der Privatwirtschaft herangezogen. Dieser ist für Deutschland von 42.400 Euro im Jahr 2010 auf 43.855 Euro 2011 gestiegen. Ausgedrückt in US-Dollar zu Kaufkraftparitäten (US-Dollar PPP) entspricht das 54.949 US-Dollar PPP (2010: 52.361 US-Dollar PPP). Im OECD-Schnitt lag das durchschnittliche Jahresbrutto 2011 bei 36.696 US-Dollar PPP (ungewichtetes Mittel). Siehe auch S. 187/188 Taxing Wages.

 

» Taxing Wages - Ausgabe 2012

» Pressemitteilung Österreich

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