Steuern und Sozialabgaben in der Schweiz etwas höher als im Vorjahr

 

(Paris/Berlin - 25. April 2012) In der Schweiz hat sich die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben im vergangenen Jahr leicht erhöht. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe der Studie Taxing Wages der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Für einen kinderlosen Single mit Durchschnittseinkommen erhöht sich die Gesamtlast um 0,2 Prozentpunkte auf 21,0 Prozent des Einkommens. Für die meisten der acht untersuchten Haushaltstypen liegt die Erhöhung ähnlich niedrig. Einzig für Alleinerziehende mit zwei Kindern und unterdurchschnittlichem Einkommen steigen Steuern und Abgaben etwas stärker: um 0,6 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

 

» Grafikpaket (xlsx, 500kB)

 

Nach OECD-Definition liegt die Belastung von Arbeitseinkommen in der Schweiz seit Jahren deutlich unter dem OECD-Mittel. Zu beachten ist jedoch, dass Arbeitnehmer hier zusätzlich einen erheblichen Teil ihres Verdienstes für berufliche Vorsorge sowie die obligatorische Krankenversicherung aufwenden müssen. Diese Zahlungen werden bei der Berechnung des Steuer- und Abgabenkeils nicht berücksichtigt, da sie an privatrechtlich organisierte Träger gehen. Schaut man sich nur den in „Taxing Wages“ publizierten Wert an, wird die effektive Abgabenbelastung in der Schweiz somit unterschätzt.

 

Einen realistischeren Vergleich mit anderen Ländern bietet die Auflistung aller verpflichtenden Zahlungen in der OECD Tax Database. In den meisten OECD-Ländern unterscheiden sich diese Zahlungen nicht oder kaum von dem in Taxing Wages erhobenen Steuer- und Abgabenkeil. Im Falle der Schweiz beträgt die Differenz für einen alleinstehenden kinderlosen Durchschnittsverdiener allerdings 18,7 Prozentpunkte (Zahlen von 2010). Ein großer Teil davon entfällt auf Sparbeiträge für zukünftige individuelle Rentenleistungen (2. Säule). Insgesamt schwankt die Abgabenlast von Kanton zu Kanton beträchtlich. Die Berechnungen in „Taxing Wages“ gelten für Angestellte in der Stadt Zürich.

 

Mittelfristig kam es in der Schweiz zu einem leichten Rückgang sowohl der Gesamtbelastung von Arbeitseinkommen als auch der Nettosteuerbelastung von Arbeitnehmern: Beide liegen 2011 niedriger als im Referenzjahr 2000. In einem Sonderkapitel beleuchtet „Taxing Wages“ zudem die Veränderungen der Regel-, Höchst- und Eingangssteuersätze innerhalb der OECD seit 1981 sowie die Anzahl der Tarifstufen in den einzelnen Ländern. Anders als in der Mehrzahl der OECD-Länder stieg die Anzahl der Tarifstufen in der Schweiz in den 80er Jahren an und verharrte dann auf einem relativ hohen Stand (zehn).

 

Auch der nominelle Steuersatz für Durchschnittseinkommen und das durchschnittliche Steueraufkommen aus Löhnen und Gehältern blieben relativ stabil. Gesunken ist dafür der Schweizer Spitzensteuersatz von 46,1 Prozent im Jahr 1981 auf 41,6 Prozent 2010. Dieser Trend war in den meisten OCDE-Ländern noch weit stärker verbreitet, scheint aber seit der Krise gestoppt. 2010 und 2011 wurden die Spitzensteuersätze das erste Mal wieder in mehr Ländern erhöht als gesenkt.

 

» Grafikpaket (xlsx, 500kB)

 

Hintergrund:

 

Die Steuer- und Sozialabgabenlast auf das Bruttoeinkommen berechnet sich aus Einkommenssteuer plus Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers abzüglich Bartransfers (z.B. Kindergeld). Bei der Berechnung für die Arbeitskosten werden auch die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber und lohnbezogene Steuerzahlungen berücksichtigt. Pauschale Absetzungen von der Steuer für Werbungskosten oder Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls berücksichtigt.
 
Nicht enthalten in der Berechnung sind positive oder negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (Kapital, selbständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung etc.), Steuerabschläge, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind (z.B. für Berufspendler) und Transfers, die ausschließlich für Bezieher geringer Einkommen gezahlt werden (z.B. Wohngeld). Für detaillierte Angaben zur Schweiz siehe S. 505ff Taxing Wages.
 
Als Durchschnittslohn wird der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines Vollzeitarbeiternehmers in der Privatwirtschaft herangezogen. Dieser lag in der Schweiz 2011 bei  77.414 Franken (2010: 75.331 Franken). Ausgedrückt in US-Dollar zu Kaufkraftparitäten (US-Dollar PPP) entspricht das 51.738 US-Dollar PPP. Im OECD-Schnitt lag das durchschnittliche Jahresbrutto 2011 bei 36.696 US-Dollar PPP (ungewichtetes Mittel). Siehe auch S. 187/188 Taxing Wages.

 

» Taxing Wages - Ausgabe 2012

 

 

 

Countries list

  • Afghanistan
  • Albania
  • Algeria
  • Andorra
  • Angola
  • Anguilla
  • Antigua and Barbuda
  • Argentina
  • Armenia
  • Aruba
  • Australia
  • Austria
  • Azerbaijan
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesh
  • Barbados
  • Belarus
  • Belgium
  • Belize
  • Benin
  • Bermuda
  • Bhutan
  • Bolivia
  • Bosnia and Herzegovina
  • Botswana
  • Brazil
  • Brunei Darussalam
  • Bulgaria
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cambodia
  • Cameroon
  • Canada
  • Cape Verde
  • Cayman Islands
  • Central African Republic
  • Chad
  • Chile
  • China (People’s Republic of)
  • Chinese Taipei
  • Colombia
  • Comoros
  • Congo
  • Cook Islands
  • Costa Rica
  • Croatia
  • Cuba
  • Cyprus
  • Czech Republic
  • Côte d'Ivoire
  • Democratic People's Republic of Korea
  • Democratic Republic of the Congo
  • Denmark
  • Djibouti
  • Dominica
  • Dominican Republic
  • Ecuador
  • Egypt
  • El Salvador
  • Equatorial Guinea
  • Eritrea
  • Estonia
  • Ethiopia
  • European Union
  • Faeroe Islands
  • Fiji
  • Finland
  • Former Yugoslav Republic of Macedonia (FYROM)
  • France
  • French Guiana
  • Gabon
  • Gambia
  • Georgia
  • Germany
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Greece
  • Greenland
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guernsey
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Hong Kong, China
  • Hungary
  • Iceland
  • India
  • Indonesia
  • Iraq
  • Ireland
  • Islamic Republic of Iran
  • Isle of Man
  • Israel
  • Italy
  • Jamaica
  • Japan
  • Jersey
  • Jordan
  • Kazakhstan
  • Kenya
  • Kiribati
  • Korea
  • Kuwait
  • Kyrgyzstan
  • Lao People's Democratic Republic
  • Latvia
  • Lebanon
  • Lesotho
  • Liberia
  • Libya
  • Liechtenstein
  • Lithuania
  • Luxembourg
  • Macao (China)
  • Madagascar
  • Malawi
  • Malaysia
  • Maldives
  • Mali
  • Malta
  • Marshall Islands
  • Mauritania
  • Mauritius
  • Mayotte
  • Mexico
  • Micronesia (Federated States of)
  • Moldova
  • Monaco
  • Mongolia
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Morocco
  • Mozambique
  • Myanmar
  • Namibia
  • Nauru
  • Nepal
  • Netherlands
  • Netherlands Antilles
  • New Zealand
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Niue
  • Norway
  • Oman
  • Pakistan
  • Palau
  • Palestinian Administered Areas
  • Panama
  • Papua New Guinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippines
  • Poland
  • Portugal
  • Puerto Rico
  • Qatar
  • Romania
  • Russian Federation
  • Rwanda
  • Saint Helena
  • Saint Kitts and Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Samoa
  • San Marino
  • Sao Tome and Principe
  • Saudi Arabia
  • Senegal
  • Serbia
  • Serbia and Montenegro (pre-June 2006)
  • Seychelles
  • Sierra Leone
  • Singapore
  • Slovak Republic
  • Slovenia
  • Solomon Islands
  • Somalia
  • South Africa
  • South Sudan
  • Spain
  • Sri Lanka
  • Sudan
  • Suriname
  • Swaziland
  • Sweden
  • Switzerland
  • Syrian Arab Republic
  • Tajikistan
  • Tanzania
  • Thailand
  • Timor-Leste
  • Togo
  • Tokelau
  • Tonga
  • Trinidad and Tobago
  • Tunisia
  • Turkey
  • Turkmenistan
  • Turks and Caicos Islands
  • Tuvalu
  • Uganda
  • Ukraine
  • United Arab Emirates
  • United Kingdom
  • United States
  • United States Virgin Islands
  • Uruguay
  • Uzbekistan
  • Vanuatu
  • Venezuela
  • Vietnam
  • Virgin Islands (UK)
  • Wallis and Futuna Islands
  • Western Sahara
  • Yemen
  • Zambia
  • Zimbabwe
  • Topics list