OECD-Gesundheitsdaten 2009: Österreich im Vergleich

 

(Berlin/Paris 1.07.2009) In Österreich beliefen sich die Gesamtausgaben für Gesundheit im Jahr 2007 auf 10,1% des BIP und lagen damit um mehr als einen Prozentpunkt über dem OECD-Durchschnitt von 8,9%. Den mit Abstand höchsten Anteil der Gesundheitsausgaben an der Wirtschaftsleistung verzeichnen die Vereinigten Staaten, wo sich die Gesundheitsausgaben 2007 auf 16% des BIP beliefen, gefolgt von Frankreich (11,0%), der Schweiz (10,8%) und Deutschland (10,4%).

 

Auch auf Pro-Kopf-Basis lagen die Gesundheitsausgaben in Österreich 2007 mit mehr als 3,700 US-$ (in Kaufkraftparitäten) über dem Durchschnitt der OECD-Länder von 2,964 US-$. Dennoch sind die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben in Österreich noch immer wesentlich niedriger als in den Vereinigten Staaten (7,290 US-$ pro Kopf im Jahr 2007), Norwegen, der Schweiz und Luxemburg.

 

 

 

Die Gesundheitsausgaben sind in Österreich zwischen 2000 und 2007 real um durchschnittlich 2% pro Jahr gestiegen. Das war mit der geringste Anstieg unter den OECD-Ländern in diesem Zeitraum. Die durchschnittliche Zuwachsrate bei den Gesundheitsausgaben lag in den OECD-Ländern zwischen 2000 und 2007 bei 3,7% jährlich.

 

In allen OECD-Ländern, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten und Mexikos, werden die Gesundheitsausgaben überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. In Österreich lag der öffentliche Anteil 2007 bei 76% und mithin über dem OECD-Durchschnitt von 73%.

 

Die Ausgaben für Arzneimittel machten 2007 in Österreich 13,3% der gesamten Gesundheitsausgaben aus, ein unter dem OECD-Durchschnitt von 17,1% liegender Wert. Wie in vielen OECD-Ländern ist auch in Österreich der Anteil der Arzneimittelkosten an den gesamten Gesundheitsausgaben in den letzten zehn Jahren gestiegen.

 

Personelle, materielle, technische Ressourcen im Gesundheitswesen

 

Im Jahr 2007 kamen in Österreich auf 1,000 Einwohner 3,8 niedergelassene Ärzte, verglichen mit 3,1 Ärzten je 1,000 Einwohner im Durchschnitt der OECD-Länder. Indessen lag Österreich mit 7,4 praktizierenden Krankenpflegerinnen und -pflegern je 1,000 Einwohner unter dem OECD-Durchschnitt von 9,6.

 

Für die Akutversorgung standen 2007 in Österreich 6,1 Betten je 1,000 Einwohner zur Verfügung, und damit deutlich mehr als im OECD-Durchschnitt, wo 3,8 Betten auf 1,000 Einwohner kamen. Wie in den meisten OECD-Ländern, ist die Krankenhausbettendichte in Österreich im Laufe der Zeit zurückgegangen, im Einklang mit dem Rückgang der durchschnittlichen Verweildauer im Krankenhaus.

 

In den vergangenen zehn Jahren hat das Angebot an neuen Diagnosetechniken, wie z.B. Computertomografie-Scannern (CT) und Magnetresonanztomografen (MRI) in den meisten OECD-Ländern stark zugenommen. In Österreich hat sich die Zahl der MRI-Einheiten im Laufe der Zeit von rd. 7 je eine Million Einwohner im Jahr 1996 auf 17,7 im Jahr 2007 erhöht. Hiermit liegt Österreich deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 11 MRI-Einheiten je eine Million Einwohner. Nur Japan, die Vereinigten Staaten Italien und Island verzeichnen mehr MRI-Einheiten pro Kopf der Bevölkerung. Auch die Zahl der CT-Scanner pro Kopf ist in Österreich relativ hoch, mit 29,8 Geräten je eine Million Einwohner, gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 20,2. Japan weist die mit Abstand größte Dichte von MRI-Geräten und CT-Scannern auf.

 

Gesundheitszustand und Risikofaktoren

 

In den meisten OECD-Ländern hat sich die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten dank besserer Lebensbedingungen, intensiverer Gesundheitsvorsorge sowie durch Fortschritte bei der medizinischen Versorgung erhöht. 2007 lag die Lebenserwartung bei Geburt für die gesamte Bevölkerung in Österreich bei 80,1 Jahren und damit um etwas mehr als ein Jahr über dem OECD-Durchschnitt von 79 Jahren. Unter den OECD-Ländern ist die Lebenserwartung in Japan (mit 82,6 Jahren) am höchsten, gefolgt von der Schweiz, Island, Australien und Italien.

 

Die Säuglingssterblichkeit ist in Österreich wie in anderen OECD-Ländern in den vergangenen zehn Jahren erheblich gesunken. Sie lag 2007 bei 3,7 Todesfällen je 1,000 Lebendgeburten und mithin unter dem OECD-Durchschnitt von 4,9. Am niedrigsten ist die Säuglingssterblichkeit in Luxemburg, Japan und in nordischen Ländern (Island, Finnland, Schweden und Norwegen).

 

Der Anteil der täglichen Raucher unter den Erwachsenen ist während der letzten 25 Jahre in den meisten OECD-Ländern deutlich zurückgegangen. Dieser Rückgang ist größtenteils Politikmaßnahmen zuzuschreiben, die auf eine Verringerung des Tabakkonsums abzielten, wie öffentliche Aufklärungs kampagnen, Werbeverbote sowie Steuer- und Abgabenerhöhungen. In Österreich lag der Anteil der Raucher im Jahr 2006 bei 23,2%, d.h. geringfügig unter dem OECD-Durchschnitt von 23,3%. Schweden, die Vereinigten Staaten und Australien sind Beispiele für Länder, die bemerkenswerte Erfolge bei der Reduzierung des Tabakkonsums erzielt haben, hier liegt der Anteil der Raucher an der Erwachsenenbevölkerung derzeit bei unter 18%.

 

Fettleibigkeit hat in den letzten Jahrzehnten in allen OECD-Ländern zugenommen, wenngleich es zwischen den einzelnen Ländern nach wie vor erhebliche Unterschiede gibt. So bewegte sich der Anteil der Fettleibigen an der Erwachsenenbevölkerung im Jahr 2007 (oder dem letzten Jahr, für das Daten verfügbar sind) zwischen einem niedrigen Wert von 3,4% bzw. 3,5% in Japan und Korea und einem Höchstwert von 34,3% in den Vereinigten Staaten. Mexiko, das Vereinigte Königreich, Island, Luxemburg und Neuseeland verzeichneten mit Raten von über 20% ebenfalls einen hohen Anteil an Fettleibigen unter der Erwachsenenbevölkerung1. Die Fettleibigkeitsrate für Österreich belief sich 2006 auf 12,4%.

 

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