OECD-Gesundheitsdaten 2009: Die Schweiz im Vergleich

 

(Berlin/Paris 1.07.2009) Die Gesamtausgaben für Gesundheit beliefen sich in der Schweiz in 2007 auf 10.7% des BIP und lagen somit fast 2 Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt von 8.9%. Einen höheren Anteil der Gesundheitsausgaben an der Wirtschaftsleistung haben lediglich die Vereinigten Staaten mit 16% und Frankreich mit 11%.

 

Die Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben in der Schweiz sind ebenfalls deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Mit 4,417 US$ pro Kopf (in Kaufkraftparitäten) belegt die Schweiz den dritten Platz im OECD Vergleich. Höhere Ausgaben verzeichnen lediglich die Vereinigten Staaten (7,290 US$ pro Kopf) und Norwegen (4,763 US$ pro Kopf) im Vergleichsjahr 2007.

 

 

 

Die Gesundheitsausgaben sind in der Schweiz zwischen 2000 und 2007 real um durchschnittlich 2.1% pro Jahr gestiegen. Dies ist ein relativ geringes Wachstum im Vergleich zu den OECD-Staaten. Die durchschnittliche Zuwachsrate im OECD-Raum bei den Gesundheitsausgaben lag bei 3,7%.

 

In allen OECD-Ländern werden die Gesundheitsausgaben überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert, mit Ausnahme der Vereinigten Staaten und Mexiko, wo der Anteil des öffentlichen Sektors mit unter 46% am geringsten war. In der Schweiz lag der Anteil der Finanzierung aus öffentlichen Mitteln mit 59,3% unter dem OECD-Durchschnitt von 72,8%.

 

Personelle, materielle und technische Ressourcen im Gesundheitswesen

 

In der Schweiz kamen 2007 3,9 niedergelassene Ärzte auf 1,000 Einwohner, eine Zahl, die deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 3,1 Ärzten pro 1,000 Einwohnern liegt. Ebenso ist die Versorgung mit 14,9 Krankenpfleger(innen) pro 1,000 Einwohner weit über dem OECD-Durchschnitt von 9,6 Krankenpfleger(innen) pro 1,000 Einwohner.

 

Für die Akutversorgung standen 2007 in der Schweiz 3,5 Krankenhausbetten pro 1,000 Einwohner zur Verfügung. Das ist nah an dem Durchschnitt der OECD-Staaten mit 3,8 Krankenhausbetten pro 1,000 Einwohner. Wie in der Mehrheit anderer Industriestaaten ist die Zahl der verfügbaren Krankenhausbetten pro Kopf in den letzten zwanzig Jahren auch in der Schweiz zurückgegangen. Der Rückgang der Krankenhausbetten in der Mehrheit der OECD-Staaten ist im Einklang mit einer kürzeren Aufenthaltsdauer im Krankenhaus.

 

In den vergangenen zehn Jahren hat das Angebot an neuen Diagnosetechniken, wie z.B. Computertomografie-Scannern (CT) und Magnetresonanztomografen (MRI) in den meisten OECD-Ländern stark zugenommen. Die Verbreitung dieser modernen Medizintechnik ist einer der hauptsächlichen Gründe für den Anstieg der Gesundheitsausgaben. Zum Beispiel hat sich die Zahl der Magnetresonanztomografen zur Diagnose von Krankheiten seit dem Anfang der 1990er Jahre mehr als verfünffacht. Die Zahl der Magnetresonanztomografen in der Schweiz lag 2007 bei 14,4 MRI pro einer Million Einwohnern und damit deutlich über dem OECD Durchschnitt von 11 pro einer Million Einwohner, jedoch bei der Anzahl der Computertomografie-Scannern mit 18,7 pro einer Million Einwohner unter dem OECD-Durchschnitt von 20,2. Das Land mit dem höchsten Wert an Computertomografie-Scannern pro Einwohner ist Japan.

 

Der Gesundheitszustand der Bevölkerung und Risikofaktoren

 

In den meisten OECD-Ländern hat sich die Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten dank besserer Lebensbedingungen, intensiverer Gesundheitsvorsorge sowie durch Fortschritte bei der medizinischen Versorgung erhöht. In der Schweiz ist die Lebenserwartung nach Geburt zwischen 1960 und 2006 um 10.3 Jahre gestiegen, ähnlich dem OECD-Durchschnitt. Die generelle Lebenserwartung in der Schweiz war in 2006 81,7 Jahre, das sind fast drei Jahre mehr als im Durchschnitt der OECD-Länder (79 Jahre). Nur Japan hat mit 82,6 Jahren eine höhere durchschnittliche Lebenserwartung.

 

Der Anteil der Raucher unter den Erwachsenen ist in den meisten Mitgliedstaaten der OECD in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen. In der Schweiz ist der Anteil der Raucher von 28,2% in 1992 auf 20,4% in 2007 gesunken und damit unter dem derzeitigen OECD-Durchschnitt von 23,3%. Schweden, die Vereinigten Staaten und Australien sind Beispiele für Länder, die bemerkenswerte Erfolge bei der Reduzierung des Tabakkonsums erzielt haben. Hier liegt der Anteil der Raucher an der Erwachsenenbevölkerung unter 17%.

 

Der Alkoholkonsum pro Einwohner hat sich in der Mehrheit der OECD-Staaten in den letzten Jahrzehnten ebenfalls verringert. In der Schweiz ist der Alkoholkonsum seit den 1970er Jahren stark rückläufig, aber er bleibt über dem OECD-Durchschnitt.

 

Probleme mit Fettleibigkeit haben in den letzten Jahrzenten stark zugenommen, wenngleich es starke Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt. So bewegte sich der Anteil der Fettleibigen an der Gesamtbevölkerung in der Schweiz in 2007 auf einem Wert von 8,1%. Das ist ein Zuwachs von 2,7 Prozentpunkten in den letzten 15 Jahren, aber der Wert ist noch deutlich unter dem der meisten anderen OECD-Länder. Der Höchstwert liegt bei 34,3% (in 2006) in den Vereinigten Staaten, gefolgt von Großbritannien (24% in 2007) und Australien (21,7% in 1999). Die Latenzzeit zwischen Fettleibigkeit und dem Auftreten bedingter Krankheitsbilder so wie Diabetes und Asthma führen voraussichtlich in Kombination mit einer steigenden Fettleibigkeit in der Bevölkerung zu schwerwiegenden Auswirkungen in Bezug auf die zukünftigen Gesundheitsausgaben.

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