OECD/FAO-Landwirtschaftsausblick: Langsameres Wachstum in der globalen Agrarwirtschaft – Fokus auf China

 

(Paris/Berlin, 6. Juni 2013) – Die weltweite Agrarproduktion wird im kommenden Jahrzehnt um durchschnittlich 1,5 Prozent jährlich wachsen, also langsamer als in den zehn Jahren zuvor (2,1 Prozent). So lauten die Projektionen des “Landwirtschaftsausblicks 2013-2022”, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Welternährungsorganisation FAO heute in Peking vorgestellt wurde. Die Autoren führen das geringere Wachstum vor allem auf knappe Anbauflächen, gestiegene Produktionskosten und zunehmende Umweltbelastungen zurück. Sie gehen aber davon aus, dass die Versorgung mit Agrargütern mit der globalen Nachfrage Schritt halten wird.

Laut Bericht dürften sich die Preise für Getreide- und Fleischprodukte mittelfristig über dem historischen Durchschnitt einpendeln – eine Folge der begrenzten Produktionssteigerung bei gleichzeitig höherer Nachfrage, unter anderem nach Biokraftstoffen.

Anders als in der Vergangenheit, als die Politik industrialisierter Staaten häufig zu Überproduktion führte und Preise drückte, herrscht in der Landwirtschaft inzwischen zunehmend das Prinzip des Marktes. Von diesen funktionierenden Märkten profitieren auch die Entwicklungsländer, denen sich wichtige Investitionsmöglichkeiten und Marktchancen eröffnen.

Nach wie vor aber gibt es Faktoren, die die globale Nahrungsmittelsicherheit gefährden: Produktionsausfälle, Preisschwankungen und Handelsunterbrechungen. “Solange wie Nahrungsmittelvorräte in großen Hersteller- und Verbraucherländern klein bleiben, herrscht ein verstärktes Risiko für volatile Preise”, warnt der Bericht.  “Eine großflächige Dürre wie 2012 zusätzlich zu knappen Nahrungsmittelbeständen könnte die Weltpreise um 15 bis 40 Prozent erhöhen.”

 

 

China, das im Fokus des aktuellen Berichts steht, wird den Agrarmarkt in Zukunft stark beeinflussen. Das Land hat ein Fünftel der Weltbevölkerung, schnell wachsende Einkommen und einen rapide expandierenden Agrar- und Nahrungsmittelsektor. Nach Schätzungen der Autoren wird China in Bezug auf die wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen autark bleiben – allerdings wird sich auch seine Produktion im kommenden Jahrzehnt verlangsamen. Ackerland, Wasser und Arbeitskräfte sind knapp.

“Die Aussichten für die Landwirtschaft weltweit sind relativ positiv, mit hoher Nachfrage, regem Handel und einem guten Preisniveau”, sagte OECD Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts in Peking.  “Unsere Projektionen gehen allerdings davon aus, dass die Wirtschaft sich weiter erholt. Wenn es uns nicht gelingt, die Weltwirtschaft in den Griff zu bekommen, wird das den Investitionen in die Landwirtschaft und dem Wachstum des Sektors schaden.“ Gurría rief die Regierungen auf, das passende Umfeld für Wachstum und Handel zu schaffen. Mit Blick auf China sagte er: „Agrarreformen waren ein Schlüssel zu dem bemerkenswerten Fortschritt, den das Land in seiner landwirtschaftlichen Produktion und für die heimische Nahrungsmittelsicherheit erzielt hat.“

Der Generaldirektor der FAO, Jose Graziano da Silva ergänzte: “Chinas landwirtschaftliche Produktion hat sich seit 1978 fast verfünffacht. Das Land hat die Weichen gestellt, um den Hunger zu bekämpfen und das entsprechende UN-Millenniumsziel zu erreichen.“ Allerdings, so Graziano da Silva, müsse China größeres Augenmerk auf die Umwelt und auf seine Ressourcen legen.

Chinas Aussichten im Detail

Der chinesische Verbrauch von Agrargütern wird die gesteigerte Produktion voraussichtlich um etwa 0,3 Prozent im Jahr übersteigen. Das könnte eine weitere vorsichtige Öffnung des chinesischen Agrarmarktes zur Folge haben. Chinas Ölsaat-Anbau wird sich laut Bericht in den nächsten zehn Jahren um 40 Prozent erhöhen und dann 59 Prozent des Welthandels auf diesem Gebiet ausmachen.

Der Fleisch- und der Milchsektor werden sich weiterhin vergrößern, was zu einer Mehreinfuhr an Futtermitteln führen wird. China entwickelt sich zum weltweit größten Verbraucher von Schweinefleisch, sein  Pro-Kopf-Konsum wird 2022 den in der Europäischen Union übersteigen. Gleichzeitig wird das Land seine führende Rolle in der Aquakultur mit 63 Prozent der globalen Produktion behalten und der größte Fischexporteur bleiben.

Was die wichtigsten Nahrungsmittelpflanzen angeht, sehen die Autoren des Berichts China weiterhin autark. Allerdings sei diese Prognose, wie alle anderen auch, durch eine Anzahl von Unwägbarkeiten gefährdet, die genau beobachtet werden müssten. Dazu gehörten vor allem die Nachhaltigkeit eines schnellen Wirtschaftswachstums, die Bodenverschlechterung, der Wasserverbrauch und die Produktionsschwankungen aufgrund des Klimawandels.

Die FAO schätzt, dass die Zahl der Mangelernährten in China seit 1990 um fast 100 Millionen Menschen gesunken ist – und das, obwohl das Land seitdem einen Bevölkerungszuwachs von 200 Millionen Einwohnern verzeichnet. Dennoch bleiben etwa 158 Millionen Chinesen unterernährt. Eine der wichtigsten Herausforderung für die Regierung wird es sein, auch für diese Menschen Nahrungsmittelsicherheit herzustellen.

» Weitere Informationen zum Bericht

Newsletter

 

‌» Hier anmelden

  

 

 

 

 

Online-Bibliothek

 

» Studien & Statistiken finden

 

 

 

 

Countries list

  • Afghanistan
  • Albania
  • Algeria
  • Andorra
  • Angola
  • Anguilla
  • Antigua and Barbuda
  • Argentina
  • Armenia
  • Aruba
  • Australia
  • Austria
  • Azerbaijan
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesh
  • Barbados
  • Belarus
  • Belgium
  • Belize
  • Benin
  • Bermuda
  • Bhutan
  • Bolivia
  • Bosnia and Herzegovina
  • Botswana
  • Brazil
  • Brunei Darussalam
  • Bulgaria
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cambodia
  • Cameroon
  • Canada
  • Cape Verde
  • Cayman Islands
  • Central African Republic
  • Chad
  • Chile
  • China (People’s Republic of)
  • Chinese Taipei
  • Colombia
  • Comoros
  • Congo
  • Cook Islands
  • Costa Rica
  • Croatia
  • Cuba
  • Cyprus
  • Czech Republic
  • Côte d'Ivoire
  • Democratic People's Republic of Korea
  • Democratic Republic of the Congo
  • Denmark
  • Djibouti
  • Dominica
  • Dominican Republic
  • Ecuador
  • Egypt
  • El Salvador
  • Equatorial Guinea
  • Eritrea
  • Estonia
  • Ethiopia
  • European Union
  • Faeroe Islands
  • Fiji
  • Finland
  • Former Yugoslav Republic of Macedonia (FYROM)
  • France
  • French Guiana
  • Gabon
  • Gambia
  • Georgia
  • Germany
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Greece
  • Greenland
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guernsey
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Hong Kong, China
  • Hungary
  • Iceland
  • India
  • Indonesia
  • Iraq
  • Ireland
  • Islamic Republic of Iran
  • Isle of Man
  • Israel
  • Italy
  • Jamaica
  • Japan
  • Jersey
  • Jordan
  • Kazakhstan
  • Kenya
  • Kiribati
  • Korea
  • Kuwait
  • Kyrgyzstan
  • Lao People's Democratic Republic
  • Latvia
  • Lebanon
  • Lesotho
  • Liberia
  • Libya
  • Liechtenstein
  • Lithuania
  • Luxembourg
  • Macao (China)
  • Madagascar
  • Malawi
  • Malaysia
  • Maldives
  • Mali
  • Malta
  • Marshall Islands
  • Mauritania
  • Mauritius
  • Mayotte
  • Mexico
  • Micronesia (Federated States of)
  • Moldova
  • Monaco
  • Mongolia
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Morocco
  • Mozambique
  • Myanmar
  • Namibia
  • Nauru
  • Nepal
  • Netherlands
  • Netherlands Antilles
  • New Zealand
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Niue
  • Norway
  • Oman
  • Pakistan
  • Palau
  • Palestinian Administered Areas
  • Panama
  • Papua New Guinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippines
  • Poland
  • Portugal
  • Puerto Rico
  • Qatar
  • Romania
  • Russian Federation
  • Rwanda
  • Saint Helena
  • Saint Kitts and Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Samoa
  • San Marino
  • Sao Tome and Principe
  • Saudi Arabia
  • Senegal
  • Serbia
  • Serbia and Montenegro (pre-June 2006)
  • Seychelles
  • Sierra Leone
  • Singapore
  • Slovak Republic
  • Slovenia
  • Solomon Islands
  • Somalia
  • South Africa
  • South Sudan
  • Spain
  • Sri Lanka
  • Sudan
  • Suriname
  • Swaziland
  • Sweden
  • Switzerland
  • Syrian Arab Republic
  • Tajikistan
  • Tanzania
  • Thailand
  • Timor-Leste
  • Togo
  • Tokelau
  • Tonga
  • Trinidad and Tobago
  • Tunisia
  • Turkey
  • Turkmenistan
  • Turks and Caicos Islands
  • Tuvalu
  • Uganda
  • Ukraine
  • United Arab Emirates
  • United Kingdom
  • United States
  • United States Virgin Islands
  • Uruguay
  • Uzbekistan
  • Vanuatu
  • Venezuela
  • Vietnam
  • Virgin Islands (UK)
  • Wallis and Futuna Islands
  • Western Sahara
  • Yemen
  • Zambia
  • Zimbabwe
  • Topics list