Konjunkturprognose Juni 2016 - Deutschland

 

(Paris/Berlin, 1. Juni 2016) - Das Wirtschaftswachstum wird den Projektionen zufolge solide bleiben, da ein robuster Arbeitsmarkt und niedrige Ölpreise den privaten Verbrauch stützen, während die niedrigen Zinsen und der Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge den Wohnungsbauinvestitionen Auftrieb verleihen. Die Unternehmensinvestitionen werden sich unter dem Einfluss der zunehmenden Kapazitätsauslastung und Beschäftigung etwas beleben. Die Nachfrage nach deutschen Exporten in den aufstrebenden Volkswirtschaften und den Euroländern wird sich voraussichtlich allmählich erholen. Die Flüchtlinge werden nach und nach in den Arbeitsmarkt eintreten. Das robuste Wachstum der Inlandsnachfrage wird den Leistungsbilanzüberschuss reduzieren, der aber dennoch sehr hoch bleiben wird.

Der haushaltspolitische Kurs ist leicht expansiv ausgerichtet, was angemessen ist, weil Ausgabenspielraum vorhanden ist, um die Integration der Flüchtlinge zu verbessern und die aktiven Arbeitsmarktmaßnahmen für die Personen mit Schwierigkeiten bei der Arbeitsuche zu stärken. Zudem bestehen weiterhin Lücken im Angebot an frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung, bei der Ganztagsbeschulung im Primarbereich und in der Verkehrsinfrastruktur. Das Bildungssystem sollte Jugendliche mit ungünstigem sozioökonomischem Hintergrund stärker unterstützen. Entsprechende Maßnahmen würden die gegenwärtige wirtschaftliche Expansion inklusiver gestalten und sind eine Investition zur Steigerung des Wachstums in der Zukunft.

» ausführliche Konjunkturprognose (PDF)

 

 

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