Höhe von Schweizer Steuern und Sozialabgaben unverändert

 

Wechsel der Berechnungsmethoden im Finanzdepartement führt zu abgewandelten Ergebnissen

 

(Paris/Berlin - 11. Mai 2011) In der Schweiz hat sich die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben im vergangenen Jahr nicht verändert. Dies geht aus der jüngsten Ausgabe der Studie Taxing Wages der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Im direkten Vergleich mit der Studie vom Vorjahr scheint es zwar, als sei eine abrupte Reduktion der Lasten erfolgt, dieser Effekt geht jedoch lediglich auf eine veränderte Berechnungsmethode des Schweizer Finanzdepartements zurück.

 

Für die Neuauflage von Taxing Wages haben die Behörden einen Teil der Altersvorsorge (die 2. Säule) aus ihrer Berechnung ausgeklammert, da sie gemäß gängiger OECD-Definition nicht als steuerliche Zwangsabgabe angesehen werden kann. Diese Zahlungen erscheinen nun nicht mehr in „Taxing Wages“, sondern in der OECD Tax Database, wo verpflichtende nicht-steuerliche Abgaben separat ausgewiesen werden. Der Steuerkeil für Arbeitnehmer in der Schweiz scheint im Vergleich zu den Angaben des vergangenen Jahres also zu sinken. Da das Ministerium seine Zahlen jedoch rückwirkend bis 2000 korrigiert hat, bleibt die Datenreihe in der aktuellen Ausgabe von Taxing Wages konsistent. Für die Jahre 2009 und 2010 ist der Wert unverändert.

 

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Im Durchschnitt ist die Belastung von Arbeitseinkommen in den OECD-Ländern 2010 gestiegen, am deutlichsten zeigte sich dieser Trend in Island (plus 3,29 Prozentpunkte), Spanien (plus 1,36) und Japan (plus 1,35). In Deutschland hingegen schrumpfte der Steuer- und Abgabenkeil um 1,84 Prozentpunkte, in Österreich blieb er in etwa stabil.

 

Nach OECD-Abgrenzung liegt die Belastung von Arbeitseinkommen in der Schweiz für alle untersuchten Haushaltstypen seit Jahren deutlich unter dem OECD-Mittel. Zu beachten ist jedoch, dass Arbeitnehmer hier zusätzlich einen erheblichen Teil ihres Verdienstes für berufliche Vorsorge sowie die obligatorische Krankenversicherung aufwenden müssen. Diese Zahlungen werden bei der Berechnung des Steuer- und Abgabenkeils nicht berücksichtigt, da sie an privatrechtlich organisierte Träger gehen. Schaut man sich nur den in Taxing Wages publizierten Wert an, wird die effektive Abgabenbelastung in der Schweiz somit unterschätzt.

 

Einen realistischeren Vergleich mit anderen Ländern bietet die Auflistung aller verpflichtenden Zahlungen. In den meisten OECD-Ländern unterscheiden sich diese Zahlungen nicht oder kaum von dem in Taxing Wages erhobenen Steuer- und Abgabenkeil. Im Falle der Schweiz beträgt die Differenz für einen alleinstehenden kinderlosen Durchschnittsverdiener allerdings 18,7 Prozentpunkte. Ein großer Teil davon entfällt auf Sparbeiträge für zukünftige individuelle Rentenleistungen (2. Säule). Bei den Zahlungen für die obligatorische Krankenversicherung konnten individuelle Sparmöglichkeiten bei den Krankenkassenprämien (höhere Franchisen, spezielle Versicherungsmodelle) sowie staatliche Prämienverbilligungen nicht berücksichtigt werden, sie werden also tendenziell überschätzt. Insgesamt schwankt die Abgabenlast von Kanton zu Kanton beträchtlich. Die Berechnungen in Taxing Wages gelten für Angestellte in der Stadt Zürich.

 

Quelle: OECD Tax Database/Non-tax compulsory payments

 

Die Steuer- und Sozialabgabenlast auf das Bruttoeinkommen berechnet sich aus Einkommenssteuer plus Sozialversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers abzüglich Bartransfers (z.B. Kindergeld). Bei der Berechnung für die Arbeitskosten werden auch die Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber und lohnbezogene Steuerzahlungen berücksichtigt. Pauschale Absetzungen von der Steuer für Werbungskosten oder Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls berücksichtigt.

 

Nicht enthalten in der Berechnung sind positive oder negative Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (Kapital, selbständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung etc.), Steuerabschläge, die an bestimmte Voraussetzungen gebunden sind (z.B. für Berufspendler) und Transfers, die ausschließlich für Bezieher geringer Einkommen gezahlt werden (z.B. Wohngeld). Für detaillierte Angaben zur Schweiz siehe S. 513ff Taxing Wages.

 

Als Durchschnittslohn wird der durchschnittliche Jahresbruttoverdienst eines kinderlosen Vollzeitarbeiternehmers in der Privatwirtschaft herangezogen (Schweiz 2010: 76.130 Franken). Ausgedrückt in US-Dollar zu Kaufkraftparitäten (US-Dollar PPP) entspricht das 50.170 US-Dollar PPP. Im OECD-Schnitt lag das durchschnittliche Jahresbrutto bei 35.576 US-Dollar PPP (ungewichtetes Mittel). Siehe auch S. 189/190 Taxing Wages.

 

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Taxing Wages

 

 

 

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