“Made in the world”: Initiative von OECD und WTO zeigt neues Gesicht des Welthandels

 

(Paris/Berlin, 16 Januar 2013) - Die Wettbewerbsfähigkeit und Exportleistung von Volkswirtschaften hängt heute stärker denn je davon ab, wie gut Länder in globale Wertschöpfungsketten eingebunden sind. Das ist die Erkenntnis aus einer neuen Datenbank, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zusammen mit der Welthandelsorganisation (WTO) erstellt hat.

In ihrer gemeinsamen Initiative brechen OECD und WTO mit der konventionellen Art, Handel zu messen. Statt Güter- und Dienstleistungsströme jedes Mal als Ganzes zu erfassen, wenn sie eine Ländergrenze überqueren, analysieren die beiden Organisationen jetzt nur die Wertschöpfung, also den Mehrwert, den ein Land einem Exportprodukt oder einer für das Ausland bestimmten Dienstleistung hinzufügt. Ziel ist es, umfassendere Einblicke in die Handelsbeziehungen der Staaten zu erhalten.

“Der Exporterfolg, den Länder in der Welt haben, hängt von ihrer Fähigkeit und ihrer Bereitschaft ab, in der Welt einzukaufen”, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung der Datenbank in Paris. “Durch unsere Zusammenarbeit mit der WTO sehen wir noch klarer als zuvor, wie stark die Blockade von Importen die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes einschränkt. Handelsgespräche müssen den neuen Gegebenheiten Rechnung tragen, und die Länder müssen ihren Firmen dabei helfen, sich besser in der internationalen Wertschöpfungskette aufzustellen.”

Für Deutschland zeigt sich mit der neuen Berechnungsmethode, dass sein verarbeitendes Gewerbe weit stärker auf ausländische Vor- und Zwischenprodukte zurückgreift als andere große EU-Länder. Über die Hälfte dessen, was das Land an Elektronik und Chemikalienrohstoffen einführt, geht beispielsweise in die Herstellung von Exportprodukten. Etwa ein Drittel des Wertes, den deutsche Fahrzeugbauer exportieren, kommt ursprünglich aus einem anderen Land.

Auch der Dienstleistungsgehalt deutscher Ausfuhren ist um Einiges höher als es bei der klassischen Betrachtung der Handelsströme den Anschein hat. Deutschland ist zwar stark auf Industriegüter ausgerichtet, doch machen Dienstleistungen rund die Hälfte seines Brutto-Exportwertes aus. Industriegüterexporte enthalten also hohe Wertschöpfungsanteile aus dem Dienstleistungsbereich.

Die neuen Indikatoren sind aus globalen Input-Output Tabellen der OECD abgeleitet, die die Beziehungen von Industrie und Konsumenten in 40 Volkswirtschaften beschreiben. Die Datenbank wird beständig überarbeitet und ergänzt.

Weitere Informationen

» Measuring Trade in Value Added: An OECD-WTO joint initiative

» Global Value Chains

» Benefiting from Global Value Chains (Dirk Pilat, OECD, 11.12.2013, DIW Berlin)

» OECD and the G20

» Interconnected Economies

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