Gesundheitskosten nehmen OECD-weit zu

 

(Paris/Berlin 30. Juni 2011) Die Gesundheitsausgaben wachsen in den meisten OECD-Ländern schneller als die Wirtschaftsleistung. Wie aus den „OECD-Gesundheitsdaten 2011“ hervorgeht, gaben die Mitglieder der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Jahr 2009 durchschnittlich 9,5 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes (BIP) für die Gesundheit aus, im Jahr davor waren es noch 8,8 Prozent. Rechnet man öffentliche und private Gesundheitsausgaben zusammen, dann führen die USA die Liste auch in diesem Jahr wieder mit weitem Abstand an. Pro Kopf gaben sie kaufkraftbereinigt fast 8000 Dollar aus – etwa zweieinhalb mal so viel wie im OECD-Durchschnitt.

 

Aber auch Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen mit ihren Ausgaben über dem OECD-Mittel von 3223 Dollar. Die Schweizer zahlten pro Einwohner als eins von drei OECD-Ländern über 5000 Dollar; Österreich und Deutschland kommen innerhalb der OECD mit 4289 und 4218 Dollar pro Kopf auf Platz 8 und 9. Gemessen am BIP sind die Kosten in den deutschsprachigen Ländern zwischen 2000 und 2009 weniger stark gestiegen als in anderen OECD-Ländern. In Deutschland gingen sie um 1,3 Prozentpunkte nach oben, in der Schweiz um 1,2 und in Österreich um 1,1. Länder, die von der jüngsten Krise besonders stark betroffen waren, verzeichneten häufig doppelt so hohe Steigerungen. Der OECD-Schnitt lag in diesem Zeitraum bei einem Anstieg von 1,7 Prozentpunkten.

 

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Auf das BIP gerechnet, prognostizieren die OECD-Experten für das laufende Jahr eine Stabilisierung oder gar einen leichten Rückgang der Kosten. Immerhin zieht die Wirtschaft in den meisten Ländern wieder an. Außerdem beschneiden viele Regierungen die Gesundheitsausgaben in dem Versuch, ihre Haushalte zu konsolidieren. Die Daten der OECD unterstreichen, dass die Staaten sich weiterhin bemühen sollten, gerechte, bedarfsgesteuerte und effiziente Gesundheitssysteme zu schaffen und für das gleiche Geld qualitativ hochwertigere Leistungen zu erlangen.

 

Die OECD-Gesundheitsdatenbank ist die vollständigste Quelle für vergleichende Informationen zu Gesundheit und Gesundheitssystemen in den 34 OECD-Ländern. Die interaktive Datenbank deckt einen Zeitraum von 50 Jahren ab. Sie liefert Informationen zum Gesundheitszustand der OECD-Bürger, zu Risikofaktoren, zum Gesundheitswesen der einzelnen Länder sowie zu seiner Finanzierung. In diesem Jahr sind die OECD-Gesundheitsdaten zum ersten Mal über das Statistikportal der OECD erhältlich.

 

Indikatoren (pdf, 345kB, engl.)

 

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