Die Weltwirtschaft ins Gleichgewicht bringen

 

(Paris – 18. Februar 2009) Die internationale Gemeinschaft muss die eingegangenen Verpflichtungen im Kampf gegen Armut und zur Entwicklung der ärmeren Länder einhalten. Dies fordert der OECD-DAC-Bericht zur Entwicklungszusammenarbeit 2009, der heute in Paris vorgestellt wurde.

Die Geberländer sollten die Entwicklungszusammenarbeit als strategischen Teil einer erfolgreichen und stabilen Globalisierung anerkennen, die für beide Seiten von Vorteil ist. Entwicklungsländer müssten im Gegenzug Verantwortung für ihren Teil der Partnerschaft übernehmen, heißt es in dem Bericht, der zum ersten Mal vom neuen Vorsitzenden des OECD-Entwicklungsausschusses (DAC), Eckhard Deutscher, verantwortet wurde.

Die in den Industrieländern ausgebrochene Wirtschafts- und Finanzkrise trifft jetzt auch die Entwicklungsländer. Sie lässt ihre Wirtschaft und ihr Handelsvolumen schrumpfen, verringert ihre Einnahmen aus Rohstoffexporten, reduziert die Rücküberweisungen von Arbeitsmigranten und bremst den Kapitalzufluss aus dem Ausland. Der Bericht zeigt Wege aus der Krise auf und sieht in der Etablierung globaler Standards und Regeln einen Schlüssel zu ihrer Bewältigung. Abgestimmtes internationales Handeln könne öffentliche Güter wie Frieden, Sicherheit und Wohlstand besser erreichen als rein nationale Aktivitäten.

Dabei ist sowohl die Art und Weise, wie Hilfe ausgegeben wird, als auch deren Höhe von entscheidender Bedeutung. So hatten die Geberländer zugesagt, ihre jährliche Entwicklungshilfe bis 2010 um rund 50 Mrd. US-Dollar gegenüber 2004 zu erhöhen. Analysen der OECD kommen jedoch zu dem Schluss, dass die Geberländer nach derzeitigem Stand dieses Versprechen um 30 Mrd. US-Dollar verfehlen werden. Der Bericht fordert deshalb die Geberländer auf, in ihrer Finanzplanung mehr Mittel für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Auf der anderen Seite sollten die Entwicklungsländer durch bessere Steuersysteme ihre Einnahme erhöhen. Sie sollten dafür sorgen, dass derjenige, der Steuern zahlen kann, es auch tut. Sie sollten mehr tun, um Steuerflucht und Steuervermeidung einzudämmen und Korruption bekämpfen.

Im September 2008 haben sich in Akkra (Ghana) 130 Geber- und Entwicklungsländer auf einen gemeinsamen Aktionsplan verständigt. Die Geberländer haben dabei zugesagt, ihre Hilfe für die Empfängerländer berechenbarer zu machen. Im Gegenzug haben die Entwicklungsländer versprochen, ihr Finanz- und Budgetsystem zu stärken und dabei auch besser Rechenschaft über die Verwendung von Entwicklungshilfe abzulegen. Diese Zusagen werden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Schon jetzt werden jährlich rund 50 Mrd. US-Dollar und damit etwa die Hälfte der öffentlichen Entwicklungshilfe über die Staatshaushalte der Entwicklungsländer vergeben. Dieser Anteil dürfte in Zukunft weiter steigen, wenn die Beträge für Schuldenerlasse zurückgehen.

Weniger politisch motivierte Hilfe und weniger Verschwendung durch Bürokratie und gebundene Hilfe (tied aid) würde mehr Geld für die Menschen freisetzen, die es wirklich benötigen. Die Geberländer müssten dafür ihre Hilfe stärker an den Prioritäten der Entwicklungsländer orientieren, statt an den eigenen. Dies gilt besonders für die Hilfe für die ärmsten Länder. Derzeit finanzieren weltweit rund 225 bilaterale und 242 multilaterale Agenturen mehr als 35.000 Aktivitäten im Jahr. In 24 Entwicklungsländern stellen 15 oder mehr Geber zusammen weniger als zehn Prozent der gesamten Entwicklungshilfe. Diese Strukturen belasten Geber wie Empfänger mit massiven Transaktionskosten. Sie könnten leicht reduziert werden, wenn die Geber kohärenter, koordinierter und zielgerichteter vorgehen würden.

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