Die Schweiz sollte Hilfe für Langzeitarbeitslose besser koordinieren

 

(Paris – 21. Oktober 2010) Die Schweiz verfügt über eine leistungsfähige Arbeitsmarktpolitik, die vergleichsweise großzügige Transferzahlungen und relativ hohe Ausgaben für aktive Maßnahmen mit beträchtlichen Anforderungen an Arbeitslose verbindet. Angesichts der insgesamt geringen Arbeitslosigkeit überrascht jedoch der hohe Anteil an Langzeitarbeitslosen in Arbeitskräfteerhebungen. Zudem bestehen große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit zwischen einzelnen Arbeitsmarktagenturen und zwischen den Kantonen, die durch stärkere Koordinierung auf Bundesebene ausgeglichen werden könnten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Zurück zur Hauptseite "Arbeitsmarktpolitik in der Schweiz", die heute veröffentlicht wurde.

 

Insgesamt operiert die Arbeitsmarktpolitik dank dezentraler Lohnverhandlungen und nur schwach ausgeprägtem Kündigungsschutz in einem sehr flexiblen Rahmen. Die Beschäftigungsquote wie auch das Lohnniveau sind im internationalen Vergleich hoch, die Arbeitslosenquote ist vergleichsweise gering, auch wenn sie im Zuge der globalen Wirtschaftskrise um knapp ein Drittel angestiegen ist. Bei Ausländern und bei Geringqualifizierten liegt die Arbeitslosigkeit allerdings deutlich über dem Durchschnitt.

 

So arbeitet die staatliche Arbeitsvermittlung zwar nach modernen Standards und interveniert bei Arbeitslosigkeit mit regelmäßigen intensiven Beratungsgesprächen, direkten Stellenzuweisungen und strikter Kontrolle selbständiger Arbeitssuche. Dennoch ist ihr Marktanteil aufgrund der späten Gründung und der sehr präsenten privaten Arbeitsvermittler im internationalen Vergleich eher gering. Um eine effizientere Dienstleistung anzubieten, sollte die bereits existierende Zusammenarbeit zwischen privater und öffentlicher Vermittlung ausgebaut werden. Auch durch eine Integration der Arbeitsvermittlung mit den 38 existierenden öffentlichen und privaten Arbeitslosenkassen könnten Effizienzgewinne erzielt werden.

 

Ein weiteres Problem bleibt auch die Aktivierung der aus der Arbeitslosenversicherung herausgefallenen (in der Schweizer Terminologie: ausgesteuerten) Arbeitslosen und der arbeitsfähigen Sozialhilfeempfänger. Dieser Personenkreis wird von den Kantonen mit ungleicher Intensität betreut. Ein frühzeitiges Erkennen der Problemfälle und möglicher Arbeitsmarktbarrieren, eine intensive Betreuung und längerfristige Begleitung sowie der Zugang zu arbeitsmarktpolitischen Programmen ist aber unabdingbar für einen langfristigen Integrationserfolg. Hier könnte die Einführung von Bundesstandards zu einer landesweit besseren Betreuung beitragen.

 

Bei der insgesamt guten und hoch angesehenen Lehrlingsausbildung könnte durch einen weiteren Ausbau der Vorlehre und Motivationsprogrammen für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden. Der Einsatz von berufsbezogenen weiterbildenden Maßnahmen, gekoppelt mit verstärkten Anstrengungen im Bereich der Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen, könnte zu einer besseren Ausnutzung des  Arbeitskräftepotentials von Zuwanderern beitragen.

 

Aktive Arbeitsmarktpolitik hat in der Schweiz einen relativ hohen Stellenwert. So gehört sie zu den OECD Staaten, in denen das Verhältnis der aktiven Maßnahmen zu passiven Geldleistungen mit am höchsten ist. Auch ist die Schweiz eines der wenigen OECD-Ländern, in denen die Ausgaben für Arbeitsmarktpolitik quasi-automatisch an die Höhe der Arbeitslosigkeit gekoppelt ist.

 

Die Studie “Activation Policies in Switzerland” ist Teil des OECD-Projekts zur Arbeitsmarktpolitik und Aktivierung von Arbeitslosen und anderen arbeitsfähigen Transferempfängern. Von insgesamt sieben geplanten Länderberichten sind bereits Studien zu Irland, Norwegen und Finnland erschienen. Weitere Studien zu Japan, Australien und Großbritannien sind geplant.

 

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