Die Deutschen haben viel Freizeit und sehen vergleichsweise wenig fern

 

Franzosen verbringen die meiste Zeit mit Schlafen und Essen

 

(Berlin/Paris – 4. Mai 2009) In Deutschland haben die Menschen deutlich mehr Freizeit als in den meisten anderen OECD-Ländern und sie verbringen sie weniger häufig vor dem Fernseher oder am Radio. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Society at a Glance (Gesellschaft auf einen Blick) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die heute in Paris vorgestellt wurde. Die Studie führt zum ersten Mal Erhebungen zur Zeitnutzung aus 18 OECD-Ländern zusammen und bereitet die Daten für den internationalen Vergleich auf.

 

So konnten in Deutschland Jugendliche und Erwachsene im Schnitt 6 Stunden und 34 Minuten pro Tag als Freizeit verbuchen. Das ist der höchste Wert nach Belgien (6 Stunden und 39 Minuten). Im Schnitt über alle 18 untersuchten OECD-Länder entfielen täglich 5 Stunden und 47 Minuten auf Freizeit. Am wenigsten Freizeit hatten die Menschen in Mexiko, Japan, Australien und in der Türkei.



"Freizeit ist wichtig für die Erholung. Sie erfüllt aber auch andere Funktionen in der Gesellschaft: in der Freizeit werden soziale Netzwerke geknüpft und der Zusammenhalt der Gesellschaft gestärkt", sagte die Leiterin der Abteilung Sozialpolitik bei der OECD, Monika Queisser.

 

Die Werte beziehen sich auf die gesamte Bevölkerung ab 15 Jahren. D.h. Schüler, Studenten, Rentner und nicht Erwerbstätige sind mit einbezogen. Für die Berechnung der Freizeit wurden für einen durchschnittlichen Tag die Zeit für bezahlte und unbezahlte Arbeit sowie für Bildung und standardisierte Werte für Schlaf, Essen, Körperpflege und Hausarbeit abgezogen.

 

Im Schnitt nutzen die Deutschen 28 Prozent ihrer Freizeit für Hörfunk- und Fernsehkonsum. In den untersuchten OECD-Ländern sind es durchschnittlich 36 Prozent. Den größten Teil ihrer Freizeit verbringen die Menschen in Mexiko (48 Prozent der Freizeit), in Japan (47 Prozent) und in den USA (44 Prozent) vor dem Fernseher oder am Radio. In Deutschland sind Sport und andere Veranstaltungen vergleichsweise beliebte Freizeitbeschäftigungen.

 

Betrachtet man die Freizeit bei verschiedenen Altersgruppen, dann fällt auf, dass in Deutschland die Haupterwerbsbevölkerung (25-64 Jahre) und hier vor allem die Älteren vergleichsweise viel Freizeit hat. Ursache dürfte hier vor allem die hohe Zahl der Urlaubstage aber auch Frühverrentung sein.

 

Anders als in den meisten untersuchten Ländern haben in Deutschland Frauen und Männer ungefähr gleich viel Freizeit. In Italien dagegen haben Männer durchschnittlich mehr als 80 Minuten pro Tag länger frei als Frauen. Ähnlich groß ist der Unterschied in Mexiko. In Polen haben Männer rund eine Stunde länger frei als Frauen. In Norwegen und Schweden haben dagegen im Schnitt Frauen mehr Freizeit als Männer.

 

Je nach Land nehmen sich die Menschen sehr unterschiedlich lange Zeit zum Essen und für Schlaf. So bringen die Franzosen 2 Stunden und 15 Minuten täglich mit Essen zu. In Mexiko oder Kanada ist es weniger als halb so lang. Deutschland liegt mit rund 105 Minuten im oberen Mittelfeld. In Frankreich wird auch vergleichsweise lange geschlafen: 8 Stunden und 50 Minuten sind es durchschnittlich pro Tag. In Korea und Japan kommt man dagegen im Schnitt mit 7½ Stunden aus. Die Deutschen zählen mit durchschnittlich acht Stunden und zehn Minuten ebenfalls eher zu den Kurzschläfern.



Die Studie zeigt auch, dass mehr Freizeit in der Regel mit mehr Lebenszufriedenheit und einem höheren Pro-Kopf-Einkommen einhergeht. Eine lineare Beziehung gibt es freilich nicht. So sind die Menschen in Australien, Kanada und den USA trotz deutlich weniger Freizeit mit ihrem Leben zufriedener als in Deutschland.

Gesellschaft auf einen Blick gibt anhand weiterer Indikatoren einen Überblick über soziale Trends und politische Entwicklungen in den OECD-Ländern. Verglichen werden etwa Scheidungsraten, Beschäftigungsquoten, die Verfügbarkeit von Kinderbetreuung, Einkommensungleichheit, Sozialausgaben, Übergewicht, Kindersterblichkeit sowie Lebens- und Arbeitszufriedenheit. Die Studie soll helfen, Veränderungen in der Gesellschaft zu erkennen und diese mit der Entwicklung in anderen OECD-Ländern zu vergleichen.

 

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