Arbeitslosigkeit in der OECD auch kommendes Jahr hoch – Deutschlands Entwicklung weiter positiv

 

(Paris/Berlin, 16. Juli 2013) - Die Arbeitslosigkeit in der OECD wird auch im kommenden Jahr hoch bleiben. Vor allem junge und niedrig qualifizierte Menschen werden weiterhin Schwierigkeiten haben, eine Anstellung zu finden. Der aktuelle Beschäftigungsausblick der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote in der OECD nur unwesentlich sinken wird, von 8,0 Prozent im Mai dieses Jahres auf 7,8 Prozent Ende 2014. Damit sind in den 34 Ländern der Organisation rund 48 Millionen Menschen ohne Job, das sind 16 Millionen mehr als vor Ausbruch der Krise.

Unter den OECD-Ländern herrschen allerdings gravierende Unterschiede, die sich in den kommenden Monaten tendenziell noch verstärken werden: So dürfte die Arbeitslosenquote in Deutschland bis Ende 2014 fallen (von 5,3 Prozent im Mai 2013 auf 4,7 Prozent), während sie im restlichen Europa stagniert oder steigt. Der Bericht rechnet im vierten Quartal 2014 mit einer Arbeitslosigkeit von 11,2 Prozent in Frankreich, 12,6 in Italien, 27,8 in Spanien und 28,2 Prozent in Griechenland. Außerhalb Europas sind die Aussichten etwas besser. Die USA werden es den Prognosen nach schaffen, ihre Arbeitslosenquote um fast einen Prozentpunkt zu senken, auf 6,7 Prozent Ende 2014.
 
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Folgen der Krise ungleichmäßig verteilt sind. Viele Länder ächzen unter einer gewaltigen Jugendarbeitslosigkeit. In Griechenland liegt sie inzwischen bei 60 Prozent, in Spanien bei 55 und in Italien und Portugal noch immer bei 40 Prozent. Zudem treffen Arbeitsplatz- und Einkommensverluste Niedrigverdienerhaushalte stärker als Gutverdiener.

Die großflächige Deregulierung von Zeitverträgen in den 1990er Jahren hat dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen mit unsicheren Kurzzeitverträgen arbeiten. Diese zumeist jungen und/oder gering qualifizierten Arbeitskräfte waren häufig die ersten, die in den vergangenen Jahren eine Kündigung erhielten. Viele von ihnen sind bis heute arbeitslos.
 
Eine Reihe von Ländern - etwa Griechenland, Italien, Mexiko, Portugal und Spanien - hat in den vergangenen Jahren Reformen eingeleitet, die die Kluft zwischen Angestellten mit gut abgesicherten unbefristeten Verträgen und solchen mit Zeitverträgen verringern sollen. Wenn sie konsequent umgesetzt werden, können diese Reformen helfen, Arbeitsmärkte integrativer zu gestalten und die Produktivität und Leistungsfähigkeit zu steigern.

Verhältnismäßig geringe Auswirkungen hatte die Krise auf ältere Arbeitnehmer. In einigen Ländern, darunter Deutschland, ist ihr Beschäftigungsanteil gestiegen, in anderen nur gering gefallen. Dass viele Menschen später in Rente gehen, hat eine Vielzahl von Gründen: sie sind länger gesund als früher, haben weniger Möglichkeiten für Frühverrentung als noch vor ein paar Jahren oder entscheiden sich aus finanziellen Gründen weiterzuarbeiten. Dem Bericht zufolge wirkt sich diese Entwicklung nicht negativ auf jüngere Arbeitnehmer aus. Nach Ansicht der Autoren wäre es daher ein kostspieliger Fehler, den eingeschlagenen Weg zu verlassen und darüber nachzudenken, wieder weitreichende Frühverrentungsmechanismen einzuführen oder die Regeln für Arbeitslosen- bzw. Arbeitsunfähigkeitsunterstützung bei älteren Beschäftigten zu lockern.
 
Der Bericht plädiert stattdessen dafür, mit einer Mischung aus makroökonomischen Maßnahmen und Strukturreformen mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Die teilweise erheblich voneinander abweichenden Regelungen im Kündigungsschutz für Festangestellte und Menschen mit befristeten Verträgen sollten dabei angeglichen werden.

Mindestens ebenso wichtig ist es nach Aussage des Beschäftigungsausblicks aber auch, dass die Arbeitsmarktpolitik ausreichende Ressourcen zur Verfügung hat, um Menschen bei der Stellensuche zu helfen und ihnen gegebenenfalls Weiterbildungen zu finanzieren. Im OECD-Durchschnitt sind die Ausgaben für Arbeitssuchende seit Ausbruch der Krise allerdings um fast 20 Prozent zurückgegangen – immer mehr Regierungen stehen vor der Herausforderung, mit weniger Haushaltsmitteln mehr Leistungen zu finanzieren. Die Antwort darauf kann nur in einer Kombination von Unterstützung für die schwächsten sozialen Gruppen auf der einen Seite und Aktivierungsmaßnahmen auf der anderen Seite liegen. Diese Maßnahmen müssen so angelegt sein, dass die Betroffenen entweder schnell in Arbeit zurückfinden oder Fähigkeiten erlangen, die es ihnen ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen.

Die harmonisierten Arbeitslosenquoten für Mai 2013 finden Sie hier.

 

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