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Anteil der Sozialausgaben am BIP weiter auf hohem Niveau

 

(Paris/Berlin, 20. Oktober 2016) - Neue OECD-Daten zeigen, dass das Verhältnis der öffentlichen Sozialausgaben zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2016 in den meisten OECD-Ländern mit durchschnittlich 21% des BIP auf einem historischen Höchststand verweilt. Die höchsten Ausgaben in Bereichen wie Renten, Gesundheitsversorgung oder Familienbeihilfen finden sich mit knapp über 30% des BIP in Frankreich und Finnland, gefolgt von Österreich, Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, Norwegen und Schweden mit über 25%. Am anderen Ende der Skala liegen Chile, Korea, Lettland, Mexiko und die Türkei, die weniger als 15% des BIP für Sozialleistungen ausgeben.

Betrachtet man die Zunahme des Anteils der öffentlichen Sozialausgaben seit 2000, so betrug dieser im OECD-Durchschnitt 3,0%. In Griechenland, Spanien und Portugal, aber auch in Finnland, Belgien, Japan, Korea und den USA machte der Zuwachs mehr als 5,0% aus. In Deutschland hingegen blieb die Quote nahezu konstant. (Österreich +2,3%, Schweiz +3,4%).

Im OECD-Durchschnitt stellen die Rentenausgaben mit 8,7% des BIP den größten Anteil der Sozialleistungen dar, gefolgt von Ausgaben für die Gesundheitsversorgung mit 6,0%. Leistungen in anderen Bereichen sind weitaus geringer – Familienbeihilfen liegen bei 2,1% des BIP und Ausgaben für Arbeitslosenhilfe und aktive Arbeitsmarktpolitik bei nur 1,4% des BIP.

Die größten Zuwächse wurden bei den Renten verzeichnet, wo die realen Ausgaben zwischen 2010 und 2013 in allen OECD-Staaten, ausgenommen Estland und Polen, angestiegen sind. Dieser Aufwärtstrend resultiert aus steigenden Lebenserwartungen und der zunehmenden Anzahl an Arbeitnehmern, die in den Ruhestand gehen. Die öffentlichen Ausgaben für die Gesundheitsversorgung stiegen weiter, allerdings deutlich weniger stark, als es in den Jahren 2005 bis 2009 der Fall war. Lediglich Israel, Japan und Mexiko haben seit 2010 eine höhere Anstiegsrate ihrer Gesundheitsausgaben. Chile und Korea sind die einzigen Staaten, in denen die Gesundheitsausgaben seit 2005 jährlich um mehr als 5% anstiegen.

Um ein vollständiges Bild zu erhalten, gilt es aber auch, die privaten Aufwendungen zur sozialen Sicherung sowie entsprechende steuerliche Begünstigungen zu beachten. Dazu enthält die Datenbank auch Schätzungen zu den Sozialausgaben von Unternehmen, Einzelpersonen oder Nichtregierungsorganisationen in Bereichen wie Gesundheits- und Rentenleistungen: diese privaten Sozialausgaben belaufen sich im OECD-Durchschnitt auf 2,7% des BIP. In Deutschland machen sie 3,3% des BIP aus (Österreich 2,0%, Schweiz 6,8%). In den Vereinigten Staaten sind sie mit 11,4% am höchsten.

Werden die öffentlichen und privaten Sozialausgaben addiert und auch steuerliche Begünstigungen berücksichtigt, so rücken die USA mit fast 30% des BIP auf die zweite Stelle der OECD-Staaten mit den höchsten Nettosozialausgaben vor, direkt hinter Frankreich. Deutschland bleibt mit 25% im oberen Mittelfeld und hat damit vergleichbare Nettosozialausgaben wie das Vereinigte Königreich. (Österreich 24%, Schweiz 22% des BIP).

 

» Analysepapier herunterladen (8 Seiten, PDF)

» Daten und Grafiken (xls)

» OECD Social Expenditure Database

 

 

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