Aktiver Klimaschutz fördert auch die wirtschaftliche Entwicklung

 

(Berlin/Paris, 23. Mai 2017) - Wird aktiver Klimaschutz in die allgemeine Wirtschaftspolitik integriert, hat das mittel- und langfristig auch positive Wachstumseffekte. Dies geht aus der neuen OECD-Studie “Investieren in Klimaschutz, investieren in Wachstum” hervor, die im Rahmen des deutschen G20-Vorsitzes entstanden ist und heute in Berlin vorgestellt wurde.

Wirtschaftliche Vorteile einer Kombination von Klimaschutz- und Wachstumspolitik.
Grafik anklicken für Vollbild.Der Bericht zeigt, dass mit einer integrierten Strategie für Wachstum und Klimaschutz die Wirtschaftsleistung in den G20-Ländern bis 2021 im Schnitt um ein Prozent und bis 2050 um 2,8 Prozent höher liegen wird, als wenn die empfohlenen Maßnahmen nicht ergriffen werden. Rechnet man die Vermeidung wirtschaftlicher Schäden durch Klimaschutz ein, dann könnte die Wirtschaftsleistung bis 2050 um fast 5 Prozent gesteigert werden.

Die Studie empfiehlt  den G20-Staaten – diese stehen für 85 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 80 Prozent der CO2-Emissionen - den Klimaschutz stärker in ihre Wachstumsstrategie zu integrieren. So sollten Politiken zum Klimaschutz, wie etwa ein Preissignal für Treibhausgasemissionen mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen kombiniert werden, um Investitionen in emissionsarme und klimarobuste Infrastrukturprojekte zu lenken.

„Der Bericht widerlegt die Annahme, dass Klimaschutz Wachstum behindert und zeigt, dass eine klimafreundliche Wachstumsstrategie sogar positive ökonomische Effekt haben kann“, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Vorstellung des Berichts auf dem Petersberger Klimadialog in Berlin. „Es gibt keine wirtschaftlichen Gründe, den Kampf gegen den Klimawandel weiter aufzuschieben. Wir müssen jetzt handeln.“ (Rede lesen)

Die Infrastrukturinvestitionen der nächsten 10 - 15 Jahre entscheiden darüber, ob die Ziele des Pariser Klimaabkommens von 2015 erreicht werden. Ein Aufschieben dieser Investitionen würde erhebliche Mehrkosten mit sich bringen. So zeigt der Bericht, dass eine Verschiebung der Maßnahmen auf nach 2025 für die G20-Volkswirtschaften zu Wachstumseinbußen von zwei Prozent über zehn Jahre zur Folge hätte. Gleichzeitig würde eine Verzögerung radikalere Reformen zu einem späteren Zeitpunkt erfordern, die verheerende Umweltschäden und eine Destabilisierung der Weltwirtschaft zur Folge haben könnten.

Eine gute Infrastruktur ist ein zentrales Element für wirtschaftliches Wachstum. Derzeit leiden die meisten G20-Staaten unter einem Investitionsstau. So sind dem Bericht zufolge bis 2030 jährlich 6,3 Billionen US-Dollar an Investitionen in Infrastruktur nötig, um die globalen Entwicklungsziele zu erreichen. Mit weiteren 0,6 Billionen US-Dollar jährlich oder weniger als 10 Prozent des Gesamtvolumens, ließen sich diese Investitionen so lenken, dass das Pariser Klimaziel erreicht würde, den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf 2 Grad Celsius zu begrenzen. Diesen zusätzlichen Kosten stehen Einsparungen bei fossilen Energieträgern von jährlich 1,7 Billionen US-Dollar gegenüber. Die Mehrausgaben würden so mehr als ausgleichen.

Auch Ländern, die beim Übergang zu einer emissionsarmen Wirtschaft vor größeren Herausforderungen stehen, wie etwa die Exporteure fossiler Energieträger, können mit dem richtigen Politikmix auf ein klimaverträgliches Wachstumsmodell übergehen und dabei die anfängliche Wachstums- und Arbeitsplatzeinbußen auffangen.

Die Studie empfiehlt den G20-Staaten:

  • Klimaziele in ihre Wachstumsstrategie zu integrieren, insbesondere im Sinne einer besseren Ressourcenallokation. Darüber hinaus sollen Investitionen und Strukturreformen ein emissionsarmes Wirtschaftsmodel fördern.

  • Politiken zum Klimaschutz fördern, etwa durch Preissignale auf Emissionen, den Abbau von Subventionen für fossile Brennstoffe und Innovationsförderung für kohlenstoffarme Technologien.

  • Mehr privates Kapital für Investitionen in emissionsarme und klimawandelresistente Infrastruktur zu mobilisieren, indem ökologische Anreize im Finanzsystem gestärkt werden.

  • Lokale Verwaltungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzubeziehen, um für Regionen, die der wirtschaftliche Wandel vor Herausforderungen stellt, einen guten Übergang zu gewährleisten.

Weitere Informationen zum Bericht

Hintergrund

Synthesebericht (PDF, 28 Seiten, engl.)‌

 

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