Afrika hat die globale Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden

 

Hohe Wachstumsraten in diesem und im kommenden Jahr erwartet – Halbierung der Armut bis 2015 wird in vielen Ländern nicht erreicht – Eine breitere Steuerbasis könnte das Steuersystem gerechter machen und Demokratie stabilisieren

(Berlin - 26 Mai 2010) – Die meisten Länder Afrikas haben die globale Wirtschafts- und Finanzkrise besser überstanden als viele andere Länder auf der Welt. Nach einem krisenbedingten Wachstumseinbruch im Jahr 2009 dürfte die Wirtschaft Afrikas in diesem Jahr wieder um real 4,5 Prozent wachsen, im kommenden Jahr sogar um 5,2 Prozent.

Dennoch bleiben die Wachstumsraten hinter dem Trend vor der Krise zurück. Das Ziel einer Halbierung der Armut bis 2015 werden viele Länder Afrikas allerdings voraussichtlich verfehlen. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des gemeinsamen Zur Hauptseite "African Economic Outlook 2010" der Afrikanischen Entwicklungsbank, der OECD und der UN Wirtschaftskommission für Afrika hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

So sind die afrikanischen Volkswirtschaften in den Jahren 2006 bis 2008 im Durchschnitt real um rund sechs Prozent gewachsen. Im Jahr 2009 lag das Wirtschaftswachstum nur noch bei 2,5 Prozent. Berücksichtigt man das Bevölkerungswachstum von jährlich über zwei Prozent, dann ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf im Durchschnitt kaum noch gestiegen, in vielen Ländern ist sie sogar gesunken.

Regional besonders stark von der Krise betroffen war das südliche Afrika. Hier wird sich mit einem voraussichtlichen Wirtschaftswachstum von durchschnittlich vier Prozent in den Jahren 2010/2011 die Wirtschaft auch langsamer erholen als in den anderen Regionen. Ostafrika hat die globale Krise am besten gemeistert und wird der Schätzung zufolge mit durchschnittlich sechs Prozent in 2010/2011 am stärksten wachsen. Für Nord- und Westafrika wird ein Wachstum von etwa fünf Prozent erwartet und für Zentralafrika ein Wachstum von vier Prozent.

Unter den Wirtschaftssektoren wurden die Ölwirtschaft, andere Rohstoffsektoren sowie das verarbeitende Gewerbe und der Tourismus am stärksten von der internationalen Wirtschaftskrise getroffen. Sonstige Dienstleistungen und die Landwirtschaft haben sich dank guter Ernten dagegen vergleichsweise günstig entwickelt. Allerdings mussten einige Länder (wie Südafrika, Kenia, Tschad und Teile von Namibia) aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse zusätzlich zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auch einen Rückgang der Agrarproduktion verkraften.

„Insgesamt hat Afrika sich gegenüber der globalen Krise als widerstandsfähiger erwiesen als vielfach befürchtet. Einen entscheidenden Beitrag hierzu haben eine solidere Geld- und Finanzpolitik in den Jahren zuvor geleistet“, sagte Willi Leibfritz, Projektleiter für den Bericht bei der Afrikanischen Entwicklungsbank. Zusammen mit weiter fließender Entwicklungshilfe, dem früheren Schuldenerlass und Krediten vom Internationalen Währungsfonds, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank hat dies den Ländern den Spielraum für eine antizyklische Politik verschafft. Die negativen Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise konnten so abgemildert werden.

In einem Schwerpunktkapitel untersucht der Bericht, wie die afrikanischen Staaten mehr eigene öffentliche Mittel mobilisieren können, um damit auch längerfristig unabhängiger von Entwicklungshilfe zu werden. So ist die Fähigkeit Steuern zu erheben in den verschiedenen afrikanischen Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Bandbreite ist gewaltig. Sie reicht von 20 bis 40 US-Dollar pro Kopf und Jahr in Burundi, Guinea-Bissau, der Demokratischen Republik Kongo, Sierra Leone oder Äthiopien bis knapp 5000 US-Dollar in Äquatorialguinea oder knapp 12.000 US-Dollar pro Einwohner in Libyen.

Viele Länder mit Rohstoffvorkommen sind auch bei den Steuereinnahmen einseitig von diesen Branchen abhängig und unternehmen wenige Anstrengungen, ihre Steuerbasis zu verbreitern. Im Gegensatz dazu zeigen Kenia, Marokko, Ghana oder Kap Verde, dass es sehr wohl möglich ist, ein effektives Steuersystem auf der Grundlage einer breiten Steuerbasis zu konzipieren. „Eine breitere Steuerbasis kann die Steuersysteme effektiver und gerechter machen. Sie erhöht auch die Verantwortung der Regierung gegenüber der Bevölkerung und kann so auch einen Beitrag zur Festigung von Demokratie leisten“, sagte Helmut Reisen, Chefökonom des OECD Development Centre.

Um eine breitere Steuerbasis zu erreichen, schlägt der Bericht eine Reihe von Maßnahmen vor: dazu gehören ein effektiverer Kampf gegen Steuerhinterziehung, der Abbau von Steuerprivilegien, insbesondere auch für die großen Unternehmen, die Einschränkung von Steuerverschiebungen mit Hilfe von Verrechnungspreisen (transfer pricing) bei multinationalen Unternehmen und eine bessere Rechenschaft über die Förderungserlöse aus Öl und anderen Rohstoffen.

Zur Hauptseite "African Economic Outlook 2010"

 

 

 

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