Peer Review

 

Demokratische Regierungen wollen, dass die Politik, die sie verfolgen, im besten Interesse ihrer Bürger ist. Aber wie können sie - und ihre Wähler - sicher sein, dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden? Eine Antwort darauf ist, dass man versucht aus den Erfahrungen anderer zu lernen. Eine der wesentlichen Stärken der OECD ist, dass sie ihren 34 Mitgliedsländern einen Rahmen für einen solchen Austausch von Erfahrungen bietet und versucht die besten Lösungen in einer Fülle von Bereichen, von der Wirtschaftspolitik bis zum Umweltschutz, zu identifizieren.

Die Peer Reviews der OECD, in denen die verschiedenen Politikbereiche eines jeden Landes von den anderen Mitgliedern analysiert werden, stehen im Zentrum dieses Prozesses. Zum Beispiel kann ein Land, das eine geringere Arbeitslosigkeit erreichen will, von einem Land mit ähnlichen Problemen lernen, welche Reformen etwas bringen und welche nicht. Die Empfehlungen, die sich aus solchen Peer Reviews ergeben, können zudem die Regierung dabei unterstützen, wichtige aber unbeliebte Reformen durchzusetzen. Und was vielleicht das Wichtigste ist: da jedes Land den gleichen Prozess durchläuft, wird keines herausgehoben. Wer heute das Urteil über die Politik eines Landes fällt, muss morgen die gleiche Prozedur über sich ergehen lassen.

Peer Reviews haben seit der Gründung der OECD vor mehr als 40 Jahren stattgefunden. Das Verfahren wurde weiterentwickelt und neuen Verhältnissen angepasst. So werden heute die Zivilgesellschaft sowie Wirtschafts- und Arbeitnehmervertreter in den Prozess eingebunden. Ein Zeichen für den Erfolg der Peer Review ist, das eine Reihe anderer internationaler Organisationen die Methode aufgegriffen haben. So haben erst kürzlich haben die Mitglieder der New Partnership for African Development (NEPAD) die OECD um Hilfe gebeten, die Peer Review auch in ihrer Region zu etablieren.

 

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